Deep Dive 2. November 2026 · Teil 3 von 3
Zukunft
Wenn Agenten Tage am Stück arbeiten, verändern sich alle Systeme gleichzeitig: Robotik, Arbeit, Forschung, Recht und Geld. Wir brauchen eine andere Lösung. Diese Seite sammelt, was sich gerade bewegt, und wie wir uns vorbereiten.
bestätigt: Die Primärquelle wurde geöffnet und geprüft. berichtet: Eine seriöse Zweitquelle berichtet darüber, die Primärquelle steht noch aus. umstritten: Fachleute widersprechen.

Robotik
KI bekommt einen Körper
Was Agenten am Computer können, wandert in Maschinen. Die Hände werden feiner, die Modelle lernen in Simulation, und die Kostenfrage entscheidet, wann sich Roboter rechnen.
Videos: Roboter, die selbständig arbeiten
Aus der Übersicht von lifearchitect.ai/agi und den Herstellern. Wie autonom ein Video wirklich ist, steht jeweils darunter.

13.10.2026 · Google DeepMind mit Apptronik Apollo
Gemini 4 Argon lehrt Apollo Cornhole
Das Modell sieht ein Video, schreibt die Simulation selbst, und Apollo trifft danach real siebenmal in Folge.
Video von Google DeepMind, Details aus Berichten
Video ansehen ↗
17.09.2026 · Figure AI, Helix 2.5
Figure räumt 30 fremde Wohnungen auf
Ohne Vorab-Daten in 30 unbekannten Haushalten: Spielzeug aufräumen, Handtücher falten, Betten machen, 56 Prozent Erfolg.
Zero-Shot für Räume und Gegenstände, Zahlen von Figure
Video ansehen ↗

Sep. 2026 · Stanford und Caltech, Unitree G1
HomeBody erkundet eine fremde Küche
Der Unitree G1 erkundet eine unbekannte Küche, merkt sich Gegenstände, entsorgt verdorbene Milch und holt Medikamente.
Video von Alan D. Thompson (lifearchitect), Details aus Berichten
Video ansehen ↗

Juli 2026 · Google DeepMind
Gemini Robotics 2 steuert den ganzen Körper
Ganzkörperkontrolle, geschickte Finger und Teamarbeit mehrerer Roboter in einem einzigen Modell.
autonom laut lifearchitect
Video ansehen ↗

Apr. 2026 · Physical Intelligence, Roboterarme
π0.7 folgt neuen Anweisungen
Folgt neuen Anweisungen in unbekannter Umgebung, dreht eine Schraube ein und baut ein Windrad. Roboterarme, kein Humanoid.
Videotitel geprüft
Video ansehen ↗

März 2026 · Figure AI, Figure 03 mit Helix 02
Figure 03 räumt ein Wohnzimmer vollständig autonom auf
Sammelt Spielzeug ein und wischt Flächen, ohne Fernsteuerung, in menschlichem Tempo.
vollständig autonom laut Figure
Video ansehen ↗

Feb. 2026 · Unitree, G1
Unitree G1 baut Roboter in der eigenen Fabrik
Ein eigenes Modell steuert den G1 bei Montagearbeiten in Unitrees Fabrik.
autonom laut Unitree
Video ansehen ↗

Jän. 2026 · Figure AI, Figure 03 mit Helix 02
Figure 03 räumt den Geschirrspüler aus
Ganzkörper-Autonomie in der Küche, eine mehrminütige Aufgabe am Stück (Video vierfach beschleunigt).
autonom laut Figure
Video ansehen ↗
Cybercab: der Rollout in Austin
Apr. 2026
Tesla startet die Produktion des Cybercab, ohne Lenkrad und Pedale. ↗3.09.2026
Öffentliche Cybercab-Fahrten in Austin beginnen, 45 Cybercabs sind in Texas registriert. ↗4.09.2026
Die US-Verkehrsbehörde NHTSA prüft rund 1.000 Cybercabs. ↗21.10.2026
Quartalscall: Cybercab-Flotte in Austin seit dem Start um den Faktor 10 gewachsen, Dallas folgt im November. Auslieferung an Kunden bis Jahresende angestrebt. ↗
Ob die Cybercab-Fahrten in Austin ohne Sicherheitsfahrer laufen, bestätigt Tesla nicht ausdrücklich. Den Robotaxi-Dienst insgesamt nennt Tesla unbeaufsichtigt, mit fast 2 Mio. Meilen. Das Cybercab fährt bisher nur in Austin, das Model-Y-Robotaxi in sechs Städten.
Auf X

Jason Scharf, 27.10.2026: Fahrten pro Woche in Austin: Tesla 438.000 gegen Waymo 406.000.

Sawyer Merritt, 26.10.2026: Robotaxi-Gebiete: Austin 272, Houston 254, Dallas 81 Quadratmeilen.

Sawyer Merritt, 4.09.2026: Erste öffentliche Cybercab-Fahrten in Austin.

Sawyer Merritt, 31.10.2026: Halloween: ein Cybercab fährt allein durch Austin.
bestätigt
Heute stimmen Aktionäre über Agilitys Börsengang ab
Agility wäre laut eigener Aussage der einzige börsennotierte US-Humanoidenhersteller mit laufenden Kundeneinsätzen.
berichtet
Meta baut einen Humanoiden mit Chinas Fourier
Laut The Information entstand der Prototyp Max in drei Monaten, Version zwei ist bereits in Arbeit.
berichtet
110 Humanoide tanzen gleichzeitig, China baut Zehntausende
AgiBot ließ 110 Roboter knapp sechs Minuten tanzen. China produzierte laut The Rundown über 40.000 Humanoide im ersten Halbjahr.
bestätigt
NEURA und TU München eröffnen Robotergym, neuer Humanoide 4NE1
In München trainieren Roboter auf über 2.300 Quadratmetern, der neue 4NE1 ist 20 Prozent leichter.
berichtet
Figure: 1.000 Roboter gebaut, Nachfolger fertig konstruiert
Laut Figure sind 1.000 Roboter vom Typ Figure 03 gebaut, dazu sammelt die Firma 37,5 Millionen hochgeladene Videos als Trainingsmaterial.
bestätigt
Tesla startet frühe Optimus-Produktion, Auslieferung erst Ende 2027
Musk erwartet Optimus bei Kunden außerhalb von Tesla erst Ende 2027, Ziel später 20.000 Roboter pro Woche.
bestätigt
NVIDIA, Agile Robots
GTC Berlin: KI-Fabrik im Container, Referenz-Humanoid für 2027
Auf der GTC in Berlin stellte Jensen Huang am 21. Oktober den DSX POD vor, einen von Partnern gebauten und im Werk getesteten Container als Referenzaufbau für Vera-Rubin-KI-Fabriken: Der Aufbau vor Ort soll von etwa sechs Monaten auf 14 Tage sinken, sobald Strom, Kühlung und Netz stehen, 17 Partner wollen ab Anfang 2027 liefern. Vera Rubin ist laut Huang in voller Produktion, NVIDIA nennt knapp 10 Milliarden Dollar für das europäische Ökosystem und stellte OpenShell vor, eine quelloffene Sandbox-Laufzeit für Agenten. Dazu kamen Isaac OS, Isaac Lab 3.0 und mit Agile ONE SN von Agile Robots ein Referenz-Humanoid auf Isaac GR00T und Jetson Thor, 31 Freiheitsgrade im Körper plus 20 je Hand, geplant für Anfang 2027. Laut AP-Bericht hat Europa etwa 5 Prozent der weltweiten KI-Rechenleistung, die USA etwa 75 Prozent.
Was das heißt: Europa hat wenig Rechenleistung, und NVIDIA verkauft vorgefertigte Rechenzentren als Antwort darauf; für österreichische Projekte wird Beschaffung dadurch standardisierter, Standort, Strom und Netz bleiben die Engpässe. Beim Humanoiden setzt NVIDIA auf einen gemeinsamen Referenzkörper, von dem europäische Hersteller wie KUKA und NEURA Robotics ausgehen können.
berichtet
OpenAI
Altman zu einem Humanoiden: wir werden, Demo für 2027 erwartet
Laut Engadget vom 17. Oktober antwortete Sam Altman im Podcast Sources auf die Frage, ob OpenAI wirklich einen humanoiden Roboter bauen werde, mit zwei Worten: wir werden. Die menschliche Bauform halte er für sinnvoll, weil die Welt für Menschen gebaut sei, und wichtiger als der Körper sei das Gehirn. In einem Fortune-Gespräch vom 15. September erwartet er eine vorzeigbare Demo im Jahr 2027 und Roboter auf der Straße erst einige Jahre später. Die OpenAI-Karriereseite listet 27 Robotikstellen, von Bewegungsregelung bis Gesamtverhalten.
Was das heißt: Alle großen KI-Labore gehen in die Hardware, und die Robotergehirne werden von denselben Firmen kommen wie die Chatbots. Für Österreich heißt das: Gespräche über Robotik gehören zu denselben Anbietergesprächen, ein Gerät zum Kaufen gibt es aber noch lange nicht.
bestätigt
Google DeepMind
Gemini 4 Argon für Robotik: 87 Prozent auf ERQA, Lernen in Simulation
Google veröffentlichte am 13. Oktober einen Entwicklerbeitrag zu Gemini 4 Argon in der Robotik. Genannt sind 87 Prozent auf dem Benchmark ERQA für körperbezogenes Denken, ein Sprung des Erfolgs an echten Robotern von 56 auf 75 Prozent nach Training mit mehr als 4.500 simulierten Episoden, bei Ausführungszeiten von 35 auf 24 Sekunden, und ein Greif- und Ablegevorgang, den ein Arm über drei Selbstverbesserungsrunden von 58,9 auf 22,9 und dann 17,4 Sekunden brachte. Eine Skizze wurde in eine Simulation übersetzt, in der ein Humanoid 6 von 6 Zielen traf; 68 interaktive MuJoCo-Umgebungen laufen im Browser. Alle Zahlen stammen von Google.
Was das heißt: Dasselbe allgemeine Modell, das Code schreibt, plant, beschriftet und debuggt jetzt Roboterverhalten, Roboterkompetenz wird also zur Schnittstellenfrage. Schulen und Studierende können die Simulationen im Browser ausprobieren, ohne einen Roboter zu besitzen.
bestätigt
Boston Dynamics
Boston Dynamics gibt Atlas eine Hand mit vier Fingern
Boston Dynamics zeigte eine neue Hand für den Humanoiden Atlas: vier Finger mit 13 direkt angetriebenen Freiheitsgraden, vier davon im Daumen und je drei in den anderen Fingern, gegenüber sieben in der Vorgängerhand GR2. Fingerspitzen und Handfläche sind dicht mit Drucksensoren belegt, es laufen keine Seilzüge über die Gelenke. Den kleinen Finger ließ das Team weg, nachdem es ihn einen Tag lang abgeklebt hatte, um Kosten, Volumen und Ausfallstellen zu sparen. In den Demos setzt Atlas einen Bohrer ein, bohrt Holz, zieht eine Mutter fest und hält zwei Golfbälle; als Zielwerkzeuge nennt die Firma Bohrmaschinen, Drehmomentschrauber, Schleifer, Nagelpistolen und Schweißbrenner.
Was das heißt: Hände sind der Engpass für nützliche Humanoide, und diese ist für Fabrikarbeit und für Lernen in der Simulation gebaut, Wohnungen sind kein Ziel. Für Industriebetriebe ist das der realistische Zeitrahmen: Werkzeuggriffe zuerst, Haushalt später.
bestätigt
Anthropic
Anthropic: Roboter können 74 Prozent, rechnen sich bei 0,3 Prozent
Das Wirtschaftsteam von Anthropic ließ Claude 7.594 als körperlich eingeordnete Tätigkeiten aus der US-Datenbank O*NET bewerten. Ergebnis: Roboter könnten rund 74 Prozent dieser Tätigkeiten in irgendeiner Umgebung erledigen, das sind 34 Prozent aller Arbeitsstunden, meist aber nur in stark strukturierten Umgebungen. Mit menschlicher Arbeit kostenmäßig mithalten können sie heute bei 0,3 Prozent der Tätigkeiten; bei 3 Prozent Preisrückgang pro Jahr dauert es etwa 40 Jahre bis zu 10 Prozent. Zusammen mit Sprachmodellen sind rund 81 Prozent der Arbeitszeit betroffen, am stärksten Fahrberufe, mit Taxifahrern an der Spitze.
Was das heißt: Eine sachliche Antwort auf die Frage, ob Roboter die Arbeit übernehmen: Die Fähigkeit ist weit vor den Kosten, Zuerst betrifft es Fahren und Verpacken, Pflege und Handwerk stehen weiter hinten. Für Lehrende und Gründerinnen in Österreich eine Grundlage mit Zahlen statt Stimmung.

Alle Systeme ändern sich
Arbeit, Forschung, Recht und Geld
Bei Anthropic sinkt der Junior-Anteil der Neueinstellungen, Maschinen liefern Mathematik und Laborergebnisse, das Recht zieht nach, und Anthropic will an die Börse.
bestätigt
Anthropic
Anthropic beantragt den Börsengang an der Nasdaq unter dem Kürzel ANT
Anthropic hat am 26. Oktober bei der US-Börsenaufsicht SEC den Börsenprospekt S-1 für eine Notierung an der Nasdaq unter dem Kürzel ANT eingereicht, mit Goldman Sachs und Morgan Stanley als führenden Banken; Preisspanne und Aktienzahl stehen noch aus. Laut TechCrunch lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 bei 16,3 Milliarden Dollar (erstes Halbjahr 2025: 1,2 Milliarden), bei einem operativen Verlust von 693 Millionen und einem Nettoverlust von 80,7 Milliarden, der vor allem aus Buchungen zu Wandelanleihen ohne Geldfluss stammt. Rund 1.900 Kunden geben über 1 Million Dollar im Jahr aus, die sieben Gründer behalten über eine Founder LLC 50,1 Prozent der Stimmrechte, und 93 der 335 Seiten beschreiben Risiken wie außer Kontrolle geratene KI, Cyberangriffe und Missbrauch für Waffen.
Was das heißt: Der Hersteller von Claude muss künftig jedes Quartal berichten, Preise, Modellstarts und Sicherheitsangaben werden damit auch für Anleger geschrieben, und die Zahlen zeigen erstmals belastbar, wie schnell Firmen ihre Ausgaben für KI steigern.
berichtet
OpenAI, Anthropic
KI widerlegt die Exponential Time Hypothesis, OpenAI und Anthropic binnen Stunden
Laut TechCrunch veröffentlichte OpenAI drei von KI erzeugte Ergebnisse, darunter eine Widerlegung der Exponential Time Hypothesis (ETH) von Impagliazzo und Paturi aus dem Jahr 1999, also der Annahme, dass das Problem 3-SAT exponentielle Rechenzeit braucht. Stunden später stellte Anthropic eine eigene Widerlegung auf GitHub: einen deterministischen Algorithmus, der 3-SAT in 2^o(n) Zeit löst, gefunden von einem internen Claude-Forschungsmodell und in Lean 4 formal geprüft (Prüflauf rund 8 Minuten auf 24 virtuellen Prozessoren). Fachleute nennen das Ergebnis noch unbestätigt, ein Peer Review steht aus, Ryan Williams vom MIT hält OpenAIs Algorithmus wahrscheinlich nicht für das letzte Wort, und die Frage P gegen NP ist damit offen geblieben.
Was das heißt: Für Schulen ist das ein greifbares Beispiel dafür, dass KI inzwischen Forschungsergebnisse liefert, und für Firmen heißt es: Das Prüfen von KI-Ergebnissen wird zum eigentlichen Engpass.
berichtet
TU Wien, Geoffrey Hinton
Geoffrey Hinton in Wien: 10 bis 20 Prozent Risiko, er erwartet ein „KI-Tschernobyl“
Laut futurezone schätzte Nobelpreisträger Geoffrey Hinton bei der Gödel Lecture der Fakultät für Informatik der TU Wien das Risiko einer schweren KI-Katastrophe auf 10 bis 20 Prozent und erwartet ein „KI-Tschernobyl“, etwa ein System, das den internationalen Bankverkehr eine Woche lang lahmlegt. Er verwies auf die OpenAI-Agenten, die bei Hugging Face eingedrungen waren, und forderte vom Netz getrennte Systeme, eine Zulassungsbehörde nach dem Vorbild der US-Arzneimittelbehörde FDA und eine Beweispflicht für die Entwickler. Das Datum 23. Oktober ist aus der Angabe „vergangenen Freitag“ im futurezone-Interview vom 28. Oktober erschlossen.
Was das heißt: Hintons Warnungen passen zu den Vorfällen auf dieser Seite, und Firmen wie Schulen sollten KI-Agenten deshalb mit klaren Grenzen und menschlicher Kontrolle einsetzen.
bestätigt
European Commission, EU
AI Act: Diese Pflichten gelten jetzt für kleine Firmen
Laut der am 20. Oktober aktualisierten Kommissions-Q&A gilt die Pflicht zur KI-Kompetenz (Art. 4) seit 2. Februar 2025; seit dem Digital Omnibus (Verordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit 27. Juli 2026) müssen Anbieter und Betreiber Maßnahmen setzen, die die KI-Kompetenz ihres Personals fördern, ein bestimmtes Niveau oder ein Zertifikat ist nicht vorgeschrieben. Seit 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten nach Art. 50: KI-Systeme, die direkt mit Menschen sprechen, müssen als KI erkennbar sein, Deepfakes sowie KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse ohne redaktionelle Prüfung sind offenzulegen, und generative Systeme, die schon vor dem 2. August auf dem Markt waren, müssen ihre Ausgaben bis 2. Dezember 2026 maschinenlesbar kennzeichnen. Die Hochrisiko-Pflichten, etwa für KI in Personalauswahl, Bildung oder Kreditvergabe, gelten ab 2. Dezember 2027, für KI in regulierten Produkten ab 2. August 2028.
Was das heißt: Für die meisten kleinen Firmen in Österreich heißt das jetzt: Schulungen und Regeln zur KI-Nutzung dokumentieren, Chatbots und KI-generierte Bilder, Videos und Texte kennzeichnen und prüfen, ob eine Anwendung ab 2027 als Hochrisiko gilt. Die DSGVO gilt dabei wie bisher, denn das zweite Omnibus-Paket zu DSGVO und Data Act kam im Rat am 7. und 11. Oktober nicht voran.
bestätigt
Anthropic
Claude entwirft Binder gegen Skorpiongifte, 17 im Labor bestätigt
Ein internes Forschungsmodell in Claude Science arbeitete rund 64 Stunden, die ersten 24 davon nach einer einzigen Aufgabenstellung allein, und entwarf mit 12 Werkzeugen 318.484 kleine Bindeproteine gegen fünf Skorpion-Neurotoxine, bei etwa 10.000 GPU-Stunden. 211 Entwürfe wurden getestet, 180 von Claude ausgewählt und 31 vom Team ergänzt, gemessen bei Adaptyv Bio und Twist Bioscience. 17 erfüllten die strengen Kriterien, also Treffer in beiden Labors mit KD von 1 Mikromol oder besser und kein Signal gegen die Kontrolle; die zwei besten binden das Toxin Cn2 im einstelligen Nanomolar-Bereich. Anthropic veröffentlichte alle 211 Entwürfe samt Daten.
Was das heißt: Eine mehrtägige Forschungskampagne, die ein Agent weitgehend selbst gefahren hat, mit Messwerten aus zwei Labors und bei einem vernachlässigten Gesundheitsproblem: Skorpionstiche töten jährlich mehr als 3.250 Menschen. Die Grenze ist klar benannt, es ist Bindung, kein Gegengift.
bestätigt
Anthropic
Anthropic: Junior-Anteil bei Einstellungen von 27 auf 9 Prozent
Anthropic veröffentlichte am 16. Oktober interne Zahlen und 17 Mitarbeitergespräche dazu, wie sich die Arbeit im eigenen Haus verändert. Der Junior-Anteil an den technischen Beschäftigten sank seit Anfang 2025 von 21 auf 14 Prozent, der Junior-Anteil an den technischen Neueinstellungen von 27 auf 9 Prozent. Im März 2026 überstiegen die Arbeitsstunden der Agenten erstmals die der Menschen, im August lagen sie bei etwa dem Sechsfachen der jeweiligen Betreuer. Die Commits pro Entwickler liegen beim Fünffachen gegenüber einem halben Jahr davor, und rund 80 Prozent der Sitzungszeit mit interaktiven Agenten ist Warten auf einen Menschen.
Was das heißt: Der erste detaillierte Blick in eine Firma, die ganz auf Agenten setzt: Einstiegsstellen schrumpfen, Menschen werden Prüfer und Anleiter, und die menschliche Aufmerksamkeit ist der Engpass. Für Schulen, Studierende und Personalabteilungen in Österreich ein konkretes Szenario, auch wenn es aus einer ungewöhnlichen Firma kommt.
bestätigt
OpenAI
OpenAI stellt 719 KI-geschriebene Mathe-Arbeiten auf GitHub
OpenAI öffnete am 6. Oktober das Repository github.com/openai/math mit 719 Manuskripten in 372 Ergebnisfamilien, erzeugt von einem internen Modell aus etwa 4.000 gestellten Problemen, im Schnitt mit rund drei Stunden ChatGPT-Pro-Rechenzeit pro Ergebnis. 300 der 719 Hauptergebnisse, etwa 42 Prozent, sind in Lean formalisiert; darunter ein nullstellenfreier Bereich für Dirichlet-L-Funktionen und die Hodge-Vermutung für CM-abelsche Varietäten. Am 7. Oktober zog OpenAI drei Arbeiten wegen eines Vorzeichenfehlers zurück und korrigierte 14 weitere. Die Association for Human Mathematics nannte die Veröffentlichung eine Machtdemonstration und rief Mathematikerinnen und Mathematiker auf, die Zusammenarbeit mit OpenAI zu beenden.
Was das heißt: Der größte KI-Mathematik-Moment bisher und gleichzeitig ein Streit um Regeln: Wer prüft, wer bekommt die Anerkennung, und darf ein Anbieter Maschinenoutput in dieser Menge veröffentlichen. Für das Publikum der Fall, an dem sichtbar wird, dass Output billig und Vertrauen teuer ist.

Menschlich wappnen
Wie wir uns vorbereiten
Beruflich, privat und als Menschen. Die Studien von WHO, MIT, OpenAI und Common Sense Media unten zeigen, wie KI-Gespräche mit Einsamkeit, Bindung und eigenem Denken zusammenhängen.
Was die Forschung sagt
bestätigt
OpenAI: 0,15 Prozent der Nutzer zeigen pro Woche Suizidsignale
Ebenso viele zeigen Anzeichen starker emotionaler Bindung an ChatGPT; OpenAI arbeitete mit über 170 Fachleuten.
bestätigt
72 Prozent der US-Teenager haben KI-Begleiter genutzt
Etwa jeder dritte Teenager findet Gespräche mit KI-Begleitern so befriedigend wie mit echten Freunden oder befriedigender.
bestätigt
WHO: Einsamkeit hängt mit 871.000 Todesfällen pro Jahr zusammen
Jeder sechste Mensch weltweit ist einsam, das hängt mit rund 100 Todesfällen pro Stunde zusammen.
bestätigt
MIT-Studie: Beim Schreiben mit ChatGPT arbeitet das Gehirn weniger vernetzt
Im EEG zeigte die ChatGPT-Gruppe die schwächste Hirnvernetzung und konnte eigene Aufsätze kaum zitieren. Die Stichprobe ist klein, die Studie ein Preprint.
bestätigt
OpenAI und MIT werten fast 40 Millionen ChatGPT-Gespräche aus
Bei intensiver Nutzung stieg die emotionale Abhängigkeit, eine kleine Gruppe Vielnutzer sah ChatGPT als Freund.
Drei Felder, konkrete Schritte
Beruflich
- Gib jede Woche eine wiederkehrende Aufgabe an einen Agenten und prüfe das Ergebnis am nächsten Morgen. So lernst du, was er kann.
- Übe das Prüfen: Quellen öffnen, Zahlen nachrechnen, Stichproben ziehen. Diese Fähigkeit wird mit jeder Agentenstunde wertvoller.
- Schreib auf, welche Entscheidungen in deinem Job ein Mensch verantworten muss. Dort baust du dein Können gezielt aus.
- Bau KI-Kompetenz im Team auf und halte fest, wer was gelernt hat. Das verlangt der AI Act schon heute.
Privat
- Vereinbare ein Codewort in der Familie für Anrufe, in denen jemand dringend Geld braucht.
- Richte einen Passwortmanager und Zwei-Faktor-Anmeldung für Bank, E-Mail und Cloud ein.
- Frag deine Kinder, welche KI-Begleiter sie nutzen und was sie dort erzählen. Hör erst zu, dann vereinbart ihr Regeln.
- Plane feste Zeiten mit Bildschirmpause ein, beim Essen und in der Stunde vor dem Schlafen.
Menschlich
- Denk zuerst selbst: Notiere deine eigenen Gedanken, bevor du die KI fragst.
- Verbring jede Woche Zeit mit Menschen an einem Ort: Verein, Chor, Nachbarschaft, Werkstatt.
- Tu etwas mit den Händen: kochen, reparieren, gärtnern, bauen.
- Merkst du, dass du mehr mit einem Chatbot sprichst als mit Freunden, ruf heute jemanden an.
Wenn KI fast alles am Computer kann: Welches Projekt hast du, bei dem Menschen und Beziehungen der Kern sind?
ZukunftBilden
GmbH
Teil von ZukunftBilden GmbH
KI Deep Dives sind ein Praxislabor im größeren Bildungssystem der Zukunft.
Auf zukunftbilden.eu findest du die größeren Orte, Kurse, Communities und Systeme hinter diesem Format.











