Rückblick auf den 5. Oktober 2026
Im September war die Kompetenz da, der Preis passte noch nicht. Astra verbrauchte das Wochenlimit so schnell, dass ein einzelnes «Hallo» zum Witz wurde. Im Oktober kommt beides zusammen: Mit Opus 5.5 und Sol 6.1 lassen sich Videos, Spiele, Websites und Apps oft in wenigen Prompts bauen, zu Kosten, die auch neben einem normalen Job tragbar sind. Meine Kernaussage des Abends lautet deshalb: Jetzt ist der Moment, mit dem eigenen Projekt zu beginnen. Diese Einschätzung stammt aus meiner eigenen Arbeit und den gezeigten Beispielen.
3D, Motion Graphics und Klang aus Code
Die Creator-Beispiele reichen von einer Bootsfahrt durch japanische Landschaften bis zu einem Weltraumspiel mit über 80 Planeten, laut Creator aus einem Prompt mit Opus 5.5 und three.js gebaut. Soundeffekte und Soundscapes entstehen inzwischen ebenfalls direkt im Code. Für Erklärvideos im Stil von 3Blue1Brown nutzt das Modell nach meiner Erfahrung jetzt sauber dessen Animationsbibliothek. Die Präsentation des Abends und die Seite mit allen gezeigten Posts hat Opus 5.5 in jeweils rund 15 bis 20 Minuten gebaut.
Eine Website mit Verkaufsvideo in eineinhalb Stunden
Am Samstag vor dem Deep Dive haben die Jugendlichen im Colearning gemeinsam mit Fabian beschrieben, was ihre Seite zeigen soll. Website, Soundscape und Verkaufsvideo entstanden im selben Prompt, danach folgten nur kleine Korrekturen. Nach etwa eineinhalb Stunden war alles fertig. Der erste Durchlauf brauchte nach meiner Schätzung drei bis vier Prozent eines Wochenlimits.
Sol 6.1 führt aus, Opus 5.5 gestaltet
Sol 6.1 kommt fast an Astra heran, arbeitet zuverlässig, prüft sich selbst und nutzt Computer Use sehr gut. Für Automationen ist es mein Standard, nach meiner Rechnung rund fünfmal günstiger als Astra. Opus 5.5 hat den besseren Geschmack. Wenn ich nur ein Werkzeug wählen dürfte, wäre es derzeit Claude Code für 200 Euro im Monat. Diese Empfehlung kann sich mit dem nächsten Modell wieder ändern.
Ein Hörspiel aus einem Prompt
Kapitel 1 meines Romans The Human Trial gibt es als Hörspiel mit mehreren Stimmen, Atmung, Musik und Soundeffekten. Opus 5.5 hat Skript, Besetzung und Musik dirigiert. Dafür bekam es einen API-Schlüssel aus Google AI Studio und nutzte Gemini 3.8 Flash TTS für die Stimmen und Lyria für die Musik.
Jev und Entscheidungen in Wahrscheinlichkeiten
Jev von TypeSafe AI beantwortet typisierte Fragen mit Werten und Wahrscheinlichkeiten zwischen 0 und 100 Prozent. Laut Anbieter ist der Input sehr günstig und der Output kostenlos. Damit habe ich aus einer alten Idee eine Matching-App gebaut, für Web, iOS und Android samt Backend in einem Prompt.
Dots: ein Agent, der durchgehend arbeitet
Dots von OpenAI läuft dauerhaft, meldet sich proaktiv und arbeitet auf einem eigenen Cloud-Computer mit Blender, GIMP, Godot, CAD-Werkzeugen und Terminal, bei Bedarf auch auf dem eigenen Rechner. In der EU ist Dots derzeit nur im Business-Plan freigeschaltet, vermutlich aus Datenschutzgründen. Der größte Vorteil für mich: Dots läuft auf Astra ohne Token-Limit.
AGI, Forschung und Robotik
Alan Thompsons konservativer AGI-Countdown steht bei 99 Prozent, der letzte Prozentpunkt kam aus der Robotik. Wir haben über die entschlüsselte Napoleon-Chiffre gesprochen, über neu gelöste Matheprobleme und über Roboter, die in unbekannten Wohnungen Handtücher falten und Betten machen. Sie bewegen sich noch langsam, aber in einem Tempo, das bereits nützlich sein kann.
Zwei Hebel
Kurzfristig ist jetzt Arbitrage-Zeit: Wer die Werkzeuge beherrscht, kann für fast jedes Unternehmen bauen, animieren und programmieren, was es am Computer braucht. Langfristig setze ich auf Wachstumsbeziehungen, in denen Menschen einander sehen, wertschätzen und herausfordern. Das ist meine strategische Einschätzung, keine Prognose mit festem Ablaufdatum.
Die Ressourcenseite bündelt Kapitel, Transkript, die gezeigten Posts, ein Praxis-Pack und die Einladungen zu den nächsten Terminen.